Alois Nußbaumer – Part 4!

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Tag 4: Als ich in der Früh von der Sonne geweckt wurde, wurde mir bewusst, warum ich auf meinen Radreisen die Übernachtung im Zelt bevorzuge. Die Stelle an die es mich im Schutze der Dunkelheit verschlagen hat, überraschte mich am Morgen mit einer atemberaubenden Aussicht. Zur einen Seite die endlos scheinenden Felder und zur Anderen die fantastische Steilküste und das Meer.

Ich muss zugeben, dass dies der bislang schönste Ort meiner Reise war dennoch freute ich mich auf Schottland. Der Plan sah vor in Richtung Edinburgh zu radeln und von dort aus weiter nördlich über Aberdeen, Inverness, vorbei an Loch Ness und Glasgow in Richtung Süden bis nach Nordirland.

Fühle mich gut, das Wetter spielt mit, weshalb ich spontan einen Abstecher in den Norden plane, um mir weitere historische Filmorte (z.B. Braveheart) anzuschauen, mit hoffentlich vielen spannenden Eindrücken und Begegnungen.

Mein gebuchtes Flugticket von Shannon (IRL) in 10 Tagen gibt mir eine kleine Deadline, die ich einhalten sollte 😉  dsc00428

In dem ersten Abschnitt der heutigen Etappe machte ich Bekanntschaft mit den riesigen Höhenunterschieden auf sehr kurzer Distanz. Allein auf den ersten 50 Kilometern absolvierte ich über 1.000 Höhenmeter (google wirft mir bei der Erstellung der Grafik leider die falsche Hm-Angabe, weshalb es in der Grafik „nur“ 990Hm sind). Am Ende des heutigen Tages sollten insgesamt 1.900Hm auf der Uhr stehen. Verantwortlich hierfür waren hauptsächlich fünf Anstiege mit einer Steigung von bis  33%!! (siehe Bild). Aus der Heimat kenne ich Steigungen von bis zu 25%, aber die heutigen waren ein deutliches Stück steiler. Selbst Autos hatten Schwierigkeiten, ohne Schwung den Hang hinauf zu kommen. Ich tat es ihnen gleich und versuchte möglichst viel Fahrt aufzunehmen, bevor es in die extreme Steigung ging. An dieser Stelle macht sich das Gewicht meiner Kleidung und speziell meiner Verpflegung bemerkbar. In etwa 45 Kilogramm wiegt das Rad im beladenen Zustand. dsc00444

Hinzu kam der kalte Westwind, welcher derart stark wehte, dass es für mich selbst in der Ebene nicht möglich war schneller als 12-15km/h zu fahren.

Deshalb war bei New Castle für heute auch Schluss. Ich besorgte mir im Supermarkt noch einen Snack und machte stattdessen etwas Sightseeing bevor ich einen gemütlichen Schlafplatz fand.

Morgen soll es nach Edinburgh gehen und ich hoffe, dass ich mit dem Wind etwas mehr Glück habe 😉

Bis Morgen,

Euer Alois

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